#1 IN DER KÜCHE VON UND MIT

KÄTHE

24.Oktober 2016
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Küchengespräche

In vielen Wohnungen ist die Küche eine Kommunikationszentrale. Ist sie das auch für Dich und wenn ja warum?

Bei uns teilen sich Küche und Wohnzimmer einen Raum. Nicht nur das: um irgendwo im Haus hinzukommen, muss man durch die Küche - was dazu führt, dass sie einfach der Raum ist, in dem man sich am meisten aufhält. Ich habe sogar mein Büro im Dachgeschoss aufgegeben und arbeite fast vollständig vom Küchentisch aus. Auch unser Drucker steht in einem der Küchenschränke.

Wie lange bist Du pro Tag wohl in der Küche und womit bist Du dann am meisten beschäftigt?

Wenn ich im Haus bin, bin ich in der Wohnküche. Hier spiele ich mit dem Sohn nach der Schule Schach oder lausche seinem Akkordeonspiel. Hier schreibe ich Geburtstagskarten, falte Wäsche, lese Zeitung. Hier arbeite ich - und manchmal erledige ich auch typische Küchenarbeiten und koche für die ganze Familie.

 

Gibt es in Deiner Küche einen Gegenstand, auf den Du am ehesten verzichten kannst?

Ich dachte neulich, ich könne auf die Kartoffelpresse verzichten und so ist sie einer Ausmistaktion zum Opfer gefallen. Liebe Kinder, bitte nicht nachmachen: Kartoffelklöße (und auch -Brei) kann man unmöglich mit dem Mixer herstellen.
 

Was ist für Dich in der Küche unentbehrlich?

W-Lan.  (Bei der Ausmistaktion sind auch die Kochbücher verschwunden. Ich koche gern aus Blogs nach und bei chefkoch.de bin ich Stammgast.)

Wenn Du die Möglichkeit hättest Deine Küche zu verändern, was würdest Du anpassen, weglassen, erweitern?

Ich würde möglicherweise eine flexible Trennwand zum eigentlichen Wohnzimmer „bauen“. Wenn man Gäste hat, ist dieses eines-in-allem-Konzept nämlich etwas schwierig. Bei uns gibt’s dann nur Dinge aus dem Backofen, weil man sich zum Gebrutzel in der Bratpfanne nicht wirklich gepflegt unterhalten kann.

Was darf für Dich im Kühlschrank nie ausgehen? Von was hast Du den größten Vorrat und warum?

Ich trinke gern süßen Tee mit Milch - die sollte also nicht ausgehen. Und Sekt - damit werden Fremde so schön unkompliziert zu Freunden.

Wenn Du an die Küche Deiner Eltern denkst, was hat sich dann zu heute für Dich verändert?

Bei uns ist alles ein bisschen offener, alles ein bisschen weniger streng. Die Küche meiner Eltern war eher funktionell - sowohl räumlich, als auch im Hinblick auf das Essen. Bei uns wird mehr ausprobiert, mit Spaß an verschiedenen Kulturen und Stilen.

Wie sehen wohl unsere Koch- und Essgewohnheiten in sagen wir mal 50 Jahren aus? Was würdest Du Dir wünschen?

Ich fürchte, die to-go-mentalität wird noch größer - Nahrung muss noch schneller verfügbar sein. Vielleicht gibt’s dann ja bis auf den Sonntagsbraten alles in Kapseln und das mit- Nahrungsmitteln-hantieren wird wirklich nur zu besonderen Anlässen praktiziert. Schön fände ich, wenn Essen (und Trinken) wieder weniger industriell wird, wir mehr auf regionale Lebensmittel setzen und lernen, auch mit denen exotisch zu kochen.

Was ist das verrückteste, beste, ausgefallenste oder auch traurigste, was Du in einer Küche bisher erlebt hast?

Als unsere Katze Maybe überfahren wurden, kamen Freunde und Nachbarn spontan zur Beisetzung im Garten. Es wurde eine Rede gehalten, wir haben die Vorratsschränke geplündert und zusammen gegessen und noch mehr getrunken. Am Ende war es ein rauschendes Fest und der perfekte Abschied vom Kätzchen.

Hast Du Lust uns noch ein Rezept zu verraten, was wir auf jeden Fall mal ausprobieren sollten?

Pasteis de Natas

- portugiesische Puddingküchlein -

Sind einfach zu machen und sehr beeindruckend. Man kann sie super einfrieren und hübsch verpackt verschenken.
 

Zutaten

1 l Milch oder Sahne

2 El Butter

3 El Mehl oder Speissestärke

350 g Zucker

1 Prise Salz

15 Eier

650 g Zucker

Vanille, Zitronenschale, Zimt oder Grand Marnier

Blätterteig

Zeit

20 min

 

Zubereitung

1l Milch mit 2 EL Butter in einem Topf zum Kochen bringen (Alternativ kannst du auch 1 l Sahne verwenden :) ). In der Zwischenzeit 3 EL Mehl oder Speisestärke mit 350g mit Zucker und einer guten Prise Salz mischen. In diesen „Teig“ 15 (oh ja!) Eigelbe geben - die Eiweiße behältst du und machst gleich noch ein paar Baisers draus (dazu einfach die Eiweiße steif schlagen, 650 g Zucker unterheben, dann die Masse durch eine Spritztülle auf ein Backblech geben und etwa 3,5 h bei 60°C trocknen. Fertig sind die Baisers- theoretisch würdest du sie jetzt schnell luftdicht verschließen - praktisch sind die aber immer ganz schnell aufgefuttert) - Zurück zu unseren Küchlein: die Eier hast du jetzt untergehoben - du kannst den Pudding z.B. mit Vanille, Zitronenschale, Zimt oder Grand Marnier verfeinern. Die ganze Masse gibst du in die kochende Milch, kochst das alles einmal auf und nimmst es vom Herd.

Fette Muffinbleche und lege sie mit Blätterteig aus der Kühltheke aus - du könntest dir die Mühe machen, ihn vorher kreisrund auszuschneiden - in passende Rechtecke reicht aber völlig. Hierein dann die Puddingmasse geben und im vorgeheizten Ofen bei 225 bis 250 °C etwa 10 Minuten backen, bis die Pasteten sehr dunkel sind.

Guten Appetit :)


PS: Ich kann nicht „wenig“ kochen - bei mir gibt’s immer zu viel - ich habe gerne Gäste und alles was übrig ist, kommt in die Froste :)

WEITERE KÜCHENGESPRÄCHE

Einen Monat später besuchte ich Jan in seiner Single-Küche und neben Fotos gab es  Gespräche über Gott und die Welt. 

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