#2 IN DER KÜCHE VON UND MIT

JAN

25. November 2016
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Küchengespräche

Same, same but different. Unter dem Motto möchte ich gerne wissen, was die Küche für Dich ausmacht:

Ich habe sehr lange in der Gastronomie gearbeitet und habe eine Schwäche für Design. Eine Küche ist für mich so etwas wie eine begehbare Arbeitsmaschine geworden, die anderen Prinzipien als das Schlaf- oder Wohnzimmer gehorcht. Die Vermischung dieser Räume finde ich aus sehr unterschiedlichen Aspekten mindestens schwierig.

In vielen Wohnungen ist die Küche eine Kommunikationszentrale. Ist sie das auch für Dich und wenn ja warum?

Eine Kommunikationszentrale ist ein Ort, an dem der Großteil oder eben der wichtigste Austausch an Informationen passiert. In einem Singlehaushalt wie meinem ist das eher mein Arbeitsplatz mit dem Computer. Kommunikation mit dem größtmöglichen Maß an Inhalt passiert meistens in intimen Räumen oder Momenten: Im Badezimmer, oder im Schlafzimmer.

Dennoch hat die Küche als archaischer Raum für Nähe seine Berechtigung: Hier gibt es Nahrung, steht die Feuerstelle, lagern Vorräte. Die Funktion ist der der Urzeithöhle immer noch sehr ähnlich.

Wie lange bist Du pro Tag wohl in der Küche und womit bist Du dann am meisten beschäftigt?

Alles in allem wird die Zeit in meiner Küche mehr. Nach der letzten Trennung muss ich mich an das Thema Küche und Versorgung wieder gewöhnen. Selber einkaufen, selber Kochen. Ich merke: Ich bin ein prima Hausmann, kaufe sehr bewusst ein, ernähre mich ziemlich gesund, auch ohne die neumodischen Sperenzchen von Vegan bis Paläoschnickschnack. Kochen und Mahlzeiten zubereiten hat auch immer ein meditatives Moment: Was will ich, was will mein Körper, was tut mir gut?

 

Gibt es in Deiner Küche einen Gegenstand, auf den Du am ehesten verzichten kannst?

Nach diversen Umzügen und Trennungen ist mein Hausstand ziemlich kondensiert. Wirklich verzichten möchte ich nicht weiter. Ich habe einen Fischbräter, den brauche ich eigentlich nicht, der ist aber auf Partys auf verschiedene Weise sehr praktisch.

Was ist für Dich in der Küche unentbehrlich?

Mein Küchenmixer, ein Braun MX 32 ist ein absoluter Klassiker. Ich hab mir mal mehrere gekauft, als Ausstattung für eine Bar. Einen hatte ich von meiner Mutter geerbt.

Wenn Du die Möglichkeit hättest Deine Küche zu verändern, was würdest Du anpassen, weglassen, erweitern?

Ich hätte gern einen größeren Kühlschrank und einen sehr viel hochwertigeren Herd nebst Ofen. Ich koche gerne mit Induktion, das ist schneller als Gas und spart ohne Ende Strom. Die jetzige Küche hab ich übernommen, das war der alte Herd noch drin. Ein Wasserkocher steht oben auf der Weihnachtsliste!

Was darf für Dich im Kühlschrank nie ausgehen? Von was hast Du den größten Vorrat und warum?

Die Basics sind wichtig, allerdings gibt’s da nicht viele: Butter, Räucherschinken, Hartkäse, Milch, Eier, Tomaten, Zwiebeln und Spaghettis. Ich mag Nahrung, der man noch ansieht, was es mal war. Kochwurst, Salami: nein Danke. Es sollte immer für ein Sandwich oder Pasta reichen, dann ist man allein oder bei Besuch immer gut aufgestellt, meine Ich.

Wenn Du an die Küche Deiner Eltern denkst, was hat sich dann zu heute für Dich verändert?

Meine Eltern mögen offene Küchenkonzepte. Ich fand das immer nervig und sehr unaufgeräumt.

Wie sehen wohl unsere Koch- und Essgewohnheiten in sagen wir mal 50 Jahren aus? Was würdest Du Dir wünschen?

Ich möchte gerne so antworten: Die Art der Nahrungszubereitung hat sich in den letzten 5000 Jahren nicht wesentlich geändert: Wir Kochen, Backen, Garen. Das liegt daran, dass was wir essen, immer noch das gleiche ist. Die Werkzeuge sind hübscher geworden, Technik ist ausgereifter. Wer sich einen Porsche leisten kann, repräsentiert Zuhause mit einer teuren oder besonders edlen Küche. Im Moment können trotz immer mehr Fernsehköchen oder Leuten, die sich dafür halten, immer weniger Menschen wirklich gut kochen. Dafür gibt es mehr Gastronomie, die sich extrem ausdifferenziert. Mit globalem Wandel und enger werdendem Geldbeutel werden Leute auch in Deutschland wieder mehr Zuhause kochen und Essen. Ökonomisches Gefälle sorgt für steigende lokale Infrastruktur, man wird wieder Freunde Zuhause treffen und dort essen.

Was ist das verrückteste, beste, ausgefallenste oder auch traurigste, was Du in einer Küche bisher erlebt hast?

Die einzigen drei Worte meines Bruders, die er auf der Beerdigungsfeier unseres Vaters an mich richtete: Müll. Unten. Links.

Hast Du Lust uns noch ein Rezept zu verraten, was wir auf jeden Fall mal ausprobieren sollten?

Breakfast for Champions
 

Zutaten

2 reife Bananen

1 Apfel

1 TL 100%igen Kakao

300 g Naturjoghurt

2 EL Müslimischung

200 ml Milch

Honig zum Süßen

Zeit

5 min

 

Zubereitung

Alles in den Mixer und 3 Minuten laufen lassen, bis das homogen trinkbar ist. Ist lecker, geht schnell und ist extrem Nahrhaft. Wer ganz besonders „BODY“ drauf ist, nimmt noch ein rohes Ei dazu.

WEITERE KÜCHENGESPRÄCHE

Das erste Küchengespräch fand bei selbstgebackenen Schokoladenkuchen bei Käthe statt. Wundervoll offen wie die Küche ist auch Käthe.

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Du hast eine interessante, coole, ungewöhnliche oder einfach nur eine Küche und Lust diese zu zeigen und darüber zu erzählen? Dann gerne bei mir melden und ich komm auf einen Kaffee mit meiner Kamera vorbei.

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